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Station 6 - Verrat des Judas

Falsche Entscheidung

Stationstext zum Nachlesen und Hören

Die Bibel, Matthäus 26, 14 - 16

Danach ging einer der Zwölf – es war Judas Iskariot – zu den führenden Priestern. Er fragte:
»Was gebt ihr mir dafür, dass ich euch Jesus ausliefere?«
Sie zahlten ihm dreißig Silberstücke. Von da an suchte Judas nach einer günstigen Gelegenheit, um ihnen Jesus in die Hände zu liefern.

Was geschah

Judas war ein Jünger wie die anderen auch. Er war mit Jesus unterwegs. Er hörte seine Geschichten. Er erlebte, wie Blinde sehen und Lahme gehen können. Jesus und er waren Freunde. Eigentlich. Zumindest hatte es nach außen hin den Anschein. Aber Jesus tat und sagte Dinge, die für Judas wohl irgendwann nicht mehr nachvollziehbar waren. Was genau in Judas vorging, können wir nur erahnen. Während sich Jesus noch mit ihm an einen Tisch setzte, hatte Judas bereits eine Verabredung mit denen, die Jesus töten wollten. Für 30 Silberlinge (das Wort “Judaslohn” geht darauf zurück!) hat Judas seine Freundschaft mit Jesus verkauft
Von da an war er auf der Suche nach dem richtigen Moment, um Jesus ans Messer zu liefern. Und er lieferte. Ob beim Geld tatsächlich die Freundschaft aufhört? Für Jesus offensichtlich nicht. Er nennt Judas trotzdem noch seinen Freund, auch als Judas ihn mit einem Kuss verrät und den Soldaten übergibt. Bei Jesus und Judas ging es nicht nur um Freundschaft zwischen zwei Männern. Es ging auch um die Freundschaft zwischen einem Menschen und Gott. Während Jesus und Judas immer noch miteinander redeten, hatte Jesus als Sohn Gottes für Judas keine Bedeutung mehr. Die Beziehung zu Gott war abgebrochen. Judas konnte deshalb nicht mehr wissen, was er tut, was richtigoder falsch ist. Sein innerer Kompass war zerstört und die Konsequenzen waren schrecklich. Übrigens nicht nur für Jesus, sondern auch für Judas selbst. (Nachzulesen in Matthäus 27, 3-8)

Und wir?

Beziehungen und Freundschaften zwischen Menschen verändern sich im Lauf des Lebens. Und manchmal bricht auch ein Kontakt ab zu einem Menschen, der eine große Bedeutung hatte. Das schmerzt. Und auch wenn man sich Mühe gibt: es gelingt bei weitem nicht immer, die richtigen Entscheidungen zu treffen. Ob dieses Ende der Geschichte vermeidbar gewesen wäre? Ein Happy End wäre, ehrlich gesagt, viel schöner gewesen! Und doch: Jesus und Judas zeigen, wie sich Beziehungen dramatisch verändern können. Da kommt niemand mit heiler Haut aus der Sache raus. Manchmal ist es möglich, letzte Chancen zu nutzen und wieder Schritte aufeinander zuzugehen. Aber eben nicht immer. Vieles kann dabei im Weg stehen: Geld, Emotionen, Versprechen, falsche Hoffnungen und mehr. Und manchmal hat man einfach den inneren Kompass, den Kontakt zu Gott verloren, der dann eine Hilfe wäre. Was bleibt uns dann übrig? Müssen solche Entscheidungen akzeptiert werden? Oder kann sich etwas ändern?

Diesen Text zum Anhören:

Bibeltext zum Nachlesen

Matthäus 26, 14 - 16; 26, 21 - 25; 27, 3 - 8

14Danach ging einer der Zwölf – es war Judas Iskariot – zu den führenden Priestern. 15Er fragte: »Was gebt ihr mir dafür, dass ich euch Jesus ausliefere?« Sie zahlten ihm dreißig Silberstücke. 16Von da an suchte Judas nach einer günstigen Gelegenheit, um ihnen Jesus in die Hände zu liefern. 

21Während sie aßen, sagte er zu ihnen: »Amen, das sage ich euch: Einer von euch wird mich verraten.« 22Die Jünger waren tief betroffen. Jeder Einzelne von ihnen fragte Jesus: »Doch nicht etwa ich, Herr?« 23Jesus antwortete: »Der sein Brot mit mir in die Schale taucht, der wird mich verraten. 24Der Menschensohn muss sterben. So ist es in der Heiligen Schrift angekündigt. Aber wehe dem Menschen, der den Menschensohn verrät. Er wäre besser nie geboren worden!« 25Da sagte Judas, der ihn verraten wollte, zu Jesus: »Doch nicht etwa ich, Rabbi?« Jesus antwortete: »Du sagst es!«

3Judas erfuhr, dass man Jesus zum Tod verurteilt hatte. Da packte ihn die Reue, denn er hatte Jesus verraten. Er brachte den führenden Priestern und Ratsältesten die dreißig Silberstücke zurück 4und sagte: »Ich habe große Schuld auf mich geladen. Ein Unschuldiger wird getötet und ich habe ihn verraten!« Sie antworteten: »Was geht uns das an? Das ist deine Sache!« 5Da warf Judas die Silberstücke in den Tempel, lief weg und erhängte sich. 6Die führenden Priester nahmen die Silberstücke und sagten: »Sie können nicht zum Tempelschatz gelegt werden. Denn es ist Geld, das für eine Bluttat gezahlt wurde.« 7Deshalb beschlossen sie: »Wir kaufen von dem Geld den Acker des Töpfers. Dieser Acker soll als Friedhof für Fremde dienen.« 8Daher heißt dieser Ort bis heute »Blutacker«.

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Judas verrät Jesus

Jesus sagt zu seinen Freunden: “Ich weiß, dass einer von euch meinen Feinden helfen wird, damit sie mich heimlich verhaften können.” “Wer macht denn so etwas?” fragen sie. Jesus verrät es ihnen nicht, aber als er Judas ansieht, schaut der nervös weg. Jesus sagt zu Judas: ”Du hast doch noch was zu erledigen, oder?” Da geht Judas schnell hinaus. Die anderen Jünger denken, dass Judas armen Menschen Geld geben will, denn in seiner Tasche klimpern 30 Silbermünzen. Doch Judas hat dieses Geld von den Gegnern von Jesus bekommen. Es ist die Belohnung dafür, dass er ihnen verraten wird, wo sie Jesus finden können. Später kommt Judas mit vielen bewaffneten Männern. Judas gibt Jesus einen Begrüßungskuss, dadurch wissen sie, wen sie festnehmen müssen. Jesus lässt sich festnehmen. Die Jünger fliehen und Jesus wird abgeführt.

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Videoclip - Judas verrät Jesus