Station 7 - Petrus verleugnet Jesus
Wohin mit meinem Versagen?
Stationstext zum Nachlesen und Hören
Die Bibel, Lukas 22, 61 - 62
Der Herr drehte sich um und blickte Petrus an. Da erinnerte sich Petrus an das, was der Herr zu ihm gesagt hatte:
»Noch bevor heute der Hahn kräht, wirst du dreimal abstreiten, mich zu kennen.«
Und Petrus lief hinaus und weinte heftig.
Was geschah
Die Schlinge um Jesus zog sich immer mehr zu. Fast alle Jünger waren geflohen. Aber Petrus wollte in der Nähe seines Meisters bleiben, der ihm inzwischen mehr als alles andere bedeutete. Schließlich war er sich noch vor ein paar Stunden ganz gewiss:
Auch wenn alle anderen Jesus verlassen würden, er würde immer zu Jesus stehen, selbst, wenn es ihm das Leben kosten würde.
Nacheinander wurde er von drei Menschen erkannt und angesprochen: „Du gehörst doch auch zu diesem Jesus!“ Das stritt er rigoros ab: „Ich kenne diesen Menschen nicht“.
Dann krähte der Hahn – und Petrus dachte daran, dass Jesus ihn gewarnt hatte: “In dieser Nacht, bevor der Hahn kräht, wirst du mich drei Mal verleugnen.”
Petrus hatte versagt. Das war schlimm für ihn. So schlimm, dass er hinausging und weinte, weil er alles kaputt gemacht hat.
Und wir?
“So wollte ich das nicht!”
“So habe ich das gar nicht gemeint!”
“Wenn ich es nur rückgängig machen könnte!”
Manchmal stehen sie in unserer Erinnerung auf: Die Fehlentscheidungen und Missverständnisse in unserem Leben. Momente, in denen ich versagt habe. Entscheidungen, die mich und andere kaputt gemacht haben. ZerbrochenesVertrauen, das eine Beziehung zerstört hat. Eine Idee, die verhinderte, dass ich aus meinem Leben das gemacht habe, was meine Gaben eigentlich möglich gemacht hätten.
Vieles davon kann nach menschlichem Ermessen nicht mehr rückgängig gemacht werden. Manches Versagen scheint endgültig zu sein. So fühlte es sich auch für Petrus an. Und für uns in vergleichbaren Situationen auch.
Und doch: Petrus macht eine andere Erfahrung. Aber bis er es verstehen konnte, hat das noch ein paar Tage gedauert. Jesus ist Petrus nach seiner Auferstehung begegnet. Erst dann hat Petrus verstanden: was in der Passionswoche und vor allem durch die Auferstehung Jesu geschah, gibt Anlass zur Hoffnung.
Petrus hat es erlebt: Gott kann wieder gut machen, was nach menschlichem Ermessen nicht mehr gut zu machen ist. Er darf leben und aufatmen - trotz falscher Entscheidungen. Und wir dürfen es auch. (Nachzulesen in Johannes 21)
Diesen Text zum Anhören:
Bibeltext zum Nachlesen
54Die Männer nahmen Jesus fest, führten ihn ab und brachten ihn in das Haus des Hohepriesters. Petrus folgte in einiger Entfernung. 55In der Mitte des Hofes brannte ein Feuer, um das sich einige Leute versammelt hatten. Petrus setzte sich mitten unter sie. 56Ein Dienstmädchen sah Petrus dort im Schein des Feuers sitzen. Sie musterte ihn aufmerksam und sagte: »Der da war auch mit ihm zusammen!« 57Petrus stritt das ab und sagte: »Ich kenne ihn gar nicht, Frau!« 58Kurz darauf sah ihn jemand anderes und sagte: »Du gehörst auch zu denen!« Aber Petrus erwiderte: »Mensch, ich doch nicht!« 59Etwa eine Stunde später behauptete ein anderer: »Ganz bestimmt gehört er zu denen! Er kommt doch auch aus Galiläa.« 60Aber Petrus stritt es wieder ab: »Mensch, ich weiß überhaupt nicht, wovon du sprichst.« Im selben Moment, während er noch redete, krähte ein Hahn. 61Der Herr drehte sich um und blickte Petrus an. Da erinnerte sich Petrus an das, was der Herr zu ihm gesagt hatte: »Noch bevor heute der Hahn kräht, wirst du dreimal abstreiten, mich zu kennen.« 62Und Petrus lief hinaus und weinte heftig.
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Petrus verleugnet Jesus

Petrus folgt den Soldaten und dem gefangenen Jesus heimlich bis in den Hof des Hohen Priesters. Dort wärmt sich Petrus an einem Feuer. Eine Magd sieht Petrus genau an und sagt: „Der war auch bei Jesus.“
Petrus antwortet: „Jesus? Kenne ich nicht.“
Noch ein zweites Mal und ein drittes Mal wird in dieser Nacht gesagt, dass Petrus zu Jesus gehört. Wieder streitet Petrus das entschieden ab.
Dann kräht ein Hahn und Jesus wird über den Hof geführt. Jesus schaut Petrus an. Da erinnert sich Petrus, dass Jesus vor ein paar Stunden zu ihm gesagt hat:
„Bevor heute der Hahn kräht, wirst du mich dreimal verleugnen.“
Petrus ist enttäuscht von sich, dass er so versagt hat. Weinend geht er hinaus.
